Nach unserer Überschreitung von Studerhorn und Altmann schlossen wir am nächsten Tag noch das Oberaarhorn an. Eigentlich wollten wir auf das Scheuchzerhorn, aber das ging aus logistischen Gründen nicht und auch wenn ich bereits vor sechs Jahren auf dem Oberaarhorn war, so war es dennoch lohnend, denn die Tour ist einfach super schön, der Ausblick fantastisch und das Gelände war deutlich anders, denn im Gegensatz zum ersten Mal lagen nicht mehrere dutzend Zentimeter Neuschnee auf dem Gipfel.

Wie schon am Vortag wurden wir sehr früh wach und saßen viel zu früh und viel zu wach am Frühstückstisch. Giano und Sonja hatten am Vorabend vorgeschlagen, dass wir die Tour, welche in Auf- und Abstieg jeweils nur etwa eine Stunde benötigt, auch so angehen könnten, dass wir zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel stünden, um dann nach Rückkehr zur Hütte um sieben Uhr zu frühstücken, doch getreu dem Motto „Ohne Mampf kein Dampf“ hatten wir uns für die frühe Mahlzeit entschieden.

Der Aufstieg begann direkt an der Hütte und zunächst stiegen wir auf Fels nach oben, dabei mit tollem Blick Richtung Finsteraarhorn.

Die obere Hälfte legten wir in festem Firn zurück. Da wir montags unterwegs waren, hatten wir dabei den Weg und anschließend auch den Gipfel quasi für uns allein. Lediglich eine andere Seilschaft war vor uns unterwegs, aber da sie sich für die Variante mit spätem Frühstück entschieden hatte, trafen wir uns nur kurz unterwegs bei deren Rückweg für einen Plausch.

Der Firn im oberen Bereich ließ sich problemlos gehen, weil ohne Gletscher darunter auch ohne Gefahr von Spalten. Einzig in den oberen Randbereichen sollte man auf die Wechten achten. So standen wir dann auch erwartungsgemäß nach rund einer Stunden auf dem Gipfel und konnten in aller Ruhe die Aussicht genießen.

Für den Rückweg benötigten wir erneut eine Stunde. An der Hütte angekommen packten wir unsere sieben Sachen und traten den Abstieg ins Tal an. Drei wunderbare Tage in der Schweiz lagen hinter uns, mit einer extrem abwechslungsreichen und intensiven Tour am Vortag, sowie mit dem Oberaarhorn als tollem Abschluss.

  • Eine Beschreibung der leichten Hochtour findet sich im SAC Tourenportal. Kartenmaterial gibt es wie immer bei map.geo.admin.ch.
  • Die Tour ab der Oberaarjochhütte und auch wieder zurück zu ihr jeweils eine Stunde.
  • Pickel und Steigeisen sind nötig, das Seil kann man durchaus überdenken, denn Spalten gibt es keine.

In diesem Sinne,
Martin

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