Westgrat Gehrenspitze

Ein kleiner Nachtrag zu einer Tour, die ich beinahe vergessen hätte, denn sie stand quasi am Beginn der alpinen Saison 2015 und liegt damit schon eine ganze Weile zurück: Mit dem Zug ging es aus der Kurpfalz in 4,5 Stunden nach Musau unterhalb des Raintals und ein bisschen hatte ich ja schon das Gefühl, in der Wildnis ausgesetzt zu werden: Von Kempten aus fuhr uns ein Dieseltriebzug der Baureihe 642 Richtung Reutte und unseren Haltewunsch in Musau mussten wir, wie in einem Bus, durch Drücken eines Knopfs mitteilen… In Musau gibt es nur ein Gleis, keine Bank, keinen Fahrkartenautomat, kein

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Frankenjura

Mit guten Traditionen sollte man nicht brechen und weil ich normalerweise einmal im Jahr für ein verlängertes Wochenende in den Frankenjura fahre, ging es auch in diesem Jahr in den Frankenjura. Der Frankenjura ist Deutschlands größtes Klettergebiet und nordöstlich von Nürnberg, in der Fränkischen Schweiz und der Hersbrucker Alb, zwischen den Städten Nürnberg, Bamberg, Bayreuth und Amberg finden sich mehr als 10 000 Routen an meist kleinen im Wald versteckten Türmen und Massiven aus Kalkstein. Weltbekannte Routen wie Wallstreet oder Action Direct wurden Ende der Achtziger und Anfang der Nenunziger von weltbekannten Kletterern wir Kurt Alber und Wolfgang Güllich begangen.

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Klettern im Tannheimer Tal

Das Tannheimer Tal ist weithin bekannt für seine alpine Kletterei – oder vielmehr für die Kletterei in alpinem Gelände, denn der Großteil der Routen an Gimpel, Roter Flüh, Hochwiesler, Zwerchwand und co. ist gut mit Bohrhaken abgesichert und daher gar nicht so sehr alpin. Lediglich die Länge, sowie das Panorama und die Errechbarkeit der Routen unterscheiden sich von Sportkletterngebieten mit Kalkfelsen. Vom Tannheimer Tal hatte ich viel gehört und da ich noch nie vor Ort gewesen war, befand ich, dass die Zeit gekommen war diesen Umstand zu ändern. Mit meinem Kletterpartner aus Schwaben fuhr ich also gemeinsam ins Tannheimer Tal,

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Klettern am Hohenstein im Odenwald

Letztlich war glaube ich mehr das Gestein als die Kletterei der Grund, weshalb ich unbedingt zum Klettern an den Hohenstein bei Reichenbach im Odenwald wollte. Sandstein, Kalk, Dolomit, Gneis und Granit kennt jeder, doch was ich mir unter „Quarzitgestein“ vorstellen sollte wusste ich nicht so recht. Laut Odenwälder Kletterführer von Panico würde mich aber genau das am Hohenstein im Lautertal erwarten, denn dieser stellt mit dem unweit ebenso bei Reichenbach gelegenen Borstein einen Teil eines silifizierten Reichenbach-Baryt-Ganges dar (siehe auch hier). Der Zustieg war schnell erledigt, ab Ortsrand dauert es unter zwanzig Minuten bis an den Fels, der schräg geschichtet

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Zervreilahorn – Nordostgrat

Bei manchen Bergen reicht ein einziges Foto und schon möchte man am liebsten sofort alles packen und mit dem Zustieg beginnen. So in etwa erging es mir, als ich ein paar Bilder vom Zervreilahorn auf der Facebookseite von ulligunde sah (später gab es dann hier einen Bericht). Als ich die Bilder an meinen Tourenpartner weiterleitete war der Drang den Berg anzugehen groß und zufälligerweise spielten auch noch Terminplan und Wetter mit, so dass wir eine Woche nachdem wir durch die Bilder auf den Berg aufmerksam wurden schon auf dem Weg nach Graubünden waren. Aus der Kurpfalz kommend war die Anfahrt

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In geheimer Mission

Durch meinen alten Kletterpartner im südlichen Frankenjura hatte ich von einem Geheimtipp gehört, einem neu zum Klettern erschlossenen Steinbruch im südlichen Frankenjura. Er selbst war schon vor Ort gewesen und hatte von der Kletterei geschwärmt, so dass auch ich bei meinem Besuch dort einmal vorbei schauen wollte. Handfeste und offizielle Informationen zum Steinbruch gibt es nicht, einzig dass eine Alpenvereinssektion den Steinbruch erschlossen haben soll wurde kolportiert und es gibt weder Topo noch sonstige Dokumentation. Nach kurzem Zustieg durch Gelände in dem sich sicherlich tausende Zecken tummelten, standen wir vor der Wand. Diese ist geschätzt etwa 30 m lang und

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Sportklettern bei Konstein und Aicha

Nach den drei Tagen im Karwendel (siehe hier und da) war ich im südlichen Frankenjura zu Gast, um dort mit meinem alten Kletterpartner ein wenig Sportklettern zu gehen. Das Wetter war denkbar ungeeignet, denn die Sonne brannte gnadenlos auf uns nieder. Doch wir entschieden uns dennoch dazu, nach Konstein zu fahren und stiegen noch recht früh am Morgen in eine der markantesten Linien am dortigen Dohlenfels ein, dem Südgrat. Der Dohlenfels ragt gut zu erkennen aus den Flanken des Urdonautals hervor und der Südgrat ist die offensichtlichste Linie am Fels, denn sie führt direkt über dessen Rücken. Der Südgrat ist

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Überschreitung Kleiner Waxenstein und Großer Waxenstein

Am zweiten Samstag im Juli dieses Jahres klingelte mein Wecker früh. Sehr früh – um 0:30 Uhr. Selbst für eine Hochtour auf einen 4000er in den Westalpen ist dies eine extrem frühe Uhrzeit, doch mich zog es weder auf einen 4000er, noch auf in die Westalpen. Stattdessen war die Überschreitung des Kleinen und Großen Waxensteins (2136 m/2277 m), sowie des Zwölferkopfs (2226 m) das Ziel. Am Ende würde es etwas anders kommen als geplant, aber dazu später mehr. Um 1:19 Uhr morgens stieg ich jedenfalls in den zu meiner Überraschung gut gefüllten ICE 619 und fuhr gen München, um in

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Klettern über den Dächern Heidelbergs – Riesenstein

Für den vergangenen Sonntag war zunächst bedecktes, aber trockenes Wetter gemeldet. Ideales Wetter also, um nach Schriesheim zum Klettern zu gehen, denn bei sommerlichen Temperaturen ist es dort nicht auszuhelten. Doch noch vor dem Zustieg fing es zu regnen an und wir warteten unterhalb der Weinberge Schriesheims vergeblich auf ein Ende des Regens, bevor wir beschlossen in die Heidelberger Kletterhalle zu fahren. Gesagt, getan, doch dort stellten wir schnell fest, dass sich unsere Motivation in der Halle zu klettern schwer in Grenzen hielt und außerdem hatte es aufgehört zu regnen. Wir fackelten nicht lange und fuhren zu einem kleinen Kletterfels,

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Klettern in Heubach im Odenwald

Im Odenwald gibt es nur wenige natürliche offene Felsformationen, die sich zum Klettern eignen. Daher ist es ein großes Glück, dass früher Gestein abgetragen wurde und große Steinbrüche hinterlassen wurden, die von mittlerweile zahlreichen Kletterern genutzt werden können. Im Süden des Odenwalds ist vor allen Dingen Schriesheim hervorzuheben, wo es mehr als 240 Routen gibt und früher Porphyr abgebaut wurde, im Norden hingegen wurde Sandstein abgebaut, zum Beispiel in Heubach. Dort hat sich die DAV Sektion Darmstadt-Starkenburg ab 2001 dafür eingesetzt den alten Heubacher Sandsteinbruch für Kletterer zugänglich zu machen und seit Frühjahr 2006 kann dort auf dem Vereinsgelände offiziell

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