Es ist still geworden auf dieser Seite, was maßgeblich am Winter liegt, denn zur stillen Zeit lege ich stets eine kleine Pause ein. Das Schöne daran ist, dass ich die Zeit zum Entwickeln neuer Ideen nutze und mich so immer wieder freue, wenn es im nächsten Frühjahr wieder richtig losgeht. Außderm nutze ich gerne die Zeit, um zu Überlegen, was am Material geändert werden muss und was vielleicht gewartet werden sollte. Wie zum Beispiel die Steigeisen, die ich neu gefeilt habe, um ihnen für das neue Jahr etwas mehr Biss zu geben.

Die hinteren Zacken meiner Petzl Lynx vor dem Feilen.
Auch die Frontalzacken zeigen Gebrauchsspuren und eine klein bisschen Pflege ist angebracht.

Zugegeben, es gibt schlimmere Abnutzungsspuren. Ines Papert, weltklasse Eiskletterin, zeigt auf Ihrem Instagram Account einen wohl hoffnungslosen Fall, bei dem sie wohl nicht mehr um eine Neuanschaffung herumkommt:

Sie wird die Anschaffung verkraften… Bei mir war die Sache hingegen etwas einfacher gelagert und mit einer Halbschlichtfeile (Dreiecksprofil, Hiebnummer 2, mittelfein mit Kreuzhieb) war  nach etwas mehr als zwei Stunden alles wieder in Ordnung:

Nach dem Feilen wieder bereit für neue Abenteuer!
Die Frontzacken haben wieder etwas mehr Biss und Kontur. Im Hintergrund die von mir verwendete Feile, wie man sie in jedem Bauhaus bekommt.

Wichtig beim Arbeiten mit der Feile ist neben viel Geduld ein Klemmbacken zum Einspannen der Steigeisen, da man sich mit gut fixierten Steigeisen schon deutlich leichter tut. Es empfiehlt sich auch, die Steigeisen auseinander zu nehmen und Vorder- und Hinterteil einzeln zu bearbeiten. Dabei alles entfernen, was potentiell durch den Druck der Klemmbacken zerstört werden kann (je nach dem, wie man sie fixiert) und diese auch nur so nutzen, dass man die Zacken nicht verbiegt, sprich die Auflagen oder Zacken nicht zu starkem Druck ausgesetzt werden. Einzeln kann man die jeweiligen Teile leichter fixieren und kommt besser an alle Flächen. Die Feile selbst sollte ebenso recht handlich sein, die von mir benutzte hatte eine Länge von knapp unter 20 cm und ein Dreiecksprofil, was ich als angenehm ampfand. Ist die Feile zu groß, kommt man schlecht an die teilweise kleinen Flächen der Zacken.

Beim Schleifen und feilen selbst sollte man aufpassen, dass man nur Flächen abträgt und das auch möglichst minimal. Grate sollte man vermeiden, um Grunde sollte die ursprüngliche Form erhalten und erneut ausgearbeitet werden. Dabei die Zacken niemals schmälern, sondern stets nur die Fläche nacharbeiten.

An Stellen mit leichtem Flugrost reicht es in der Regel aus mit Sandpapier oder Schleifpapier zu arbeiten. Hier eine feine Körnung wählen. Alternativ kann man auch mit einer Stahlbürste arbeiten, sollte aber vorher sämtliche Kunststoffteile (vor allen Dingen Antistollplatten) entfernen, um diese nicht zu beschädigen.

Man braucht nicht viel handwerkliches Geschick, sondern eher Geduld und sollte immer wieder kritisch prüfen, ob man korrekt und im richtigen winkel feilt, spricht die Flächen nicht schräg abträgt – denn was einmal weg ist, ist unwiederbringlich verloren. Weniger ist eben mehr.

In diesem Sinne

Martin

 

P.S: Hilfreich sind im Übrigen auch ein paar dünne Arbeitshandschuhe, denn schließlich sollen die Zacken am Ende wieder scharf sein und das birgt eine gewisse Verletzungsgefahr während des Feilens.

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