Battert

Battert im Regen

Klettern , , ,

An den Felsen des Battert war ich schon viel zu lang nicht mehr gewesen und diesen Umstand wollte ich schleunigst ändern. Auf dem Weg nach Karlsruhe, wo ich meinen Kletterpartner abholte, musste ich allerdings ein oder zweimal den Scheibenwischer betätigen und als wir uns dem Battert näherten, konnten wir auf dem Niederschlagsradar der DWD App leicht erkennen, dass wir ersteinmal etwas nass werden würden. Entsprechend stiegen wir zu und nahmen unter dem Schmittkamin Platz. Dort waren wir ganz gut geschützt und wir konnten langsam unser Material sortieren, während es um uns regnete.

Battert
Es gibt Felsen, an denen kann man ganz gut klettern, wenn es regnet. Der Battert zählt allerdings nicht zu dazu.

Der Battert ist eigentlich nicht sonderlich gut zum Klettern bei Niederschlägen geeignet: Die Felsen sind sehr hoch und stehen weit über den Schutz der Bäume hinaus ins Freie. Außerdem gibt es nur wenige überhängende Passagen. Aber am feuchten Fels, in Kombination mit der spärlichen Absicherung, kam in der Nische des Schmittkamin sitzend ein bisschen das Gefühl auf, als wären wir im Alpinen von einem Regenguss überrascht worden.

Nach dem wir das Material sortiert hatten – immerhin hatten wir Keile, Offset-Keile, Friends, Hexentrics und Tricams dabei – wollte das Wetter noch nicht besser werden und das Niederschlagsradar gab uns eine weitere Stunde, die wir im Schutz des Schmittkamins dazu nutzten, um Flaschenzüge zu bauen. Zunächst übten wir etwas unmittelbar am Einstieg…

Flaschenzug
Ein einfacher Flaschenzug mit 3:1 Untersetzung.

… und danach stiegen wir zum ersten Haken des Kamins empor, denn dieser war immer noch recht gut geschützt und erlaubte es uns, uns gegenseitig mittels Flaschezug in die Höhe zu ziehen.

Flaschenzug
Nachdem ich meinen Kletterpartner mit einem 3:1 Flaschenzug nach oben gezogen hatte, bauten wir um und seilten ab, zurück zum Einstieg des Schmittkamins.

Nach diesen Übigen zum alpinen Klettern, beziehungsweise zur Spaltenbergung in der zweier Seilschaft, hatten wir Glück, denn der Felsen trocknete rasch ab und wir konnten tatsächlich noch klettern. Natürlich starteten wir direkt mit dem Schmittkamin, denn unter diesem hatten wir ja immerhin rund zwei Stunden ausgeharrt.

Battert
Typisch Battert: Am Ende der Routen wird man meist mit einem kleinen Plateau und viel Aussicht belohnt.
Battert
Hier erkennt man gut, warum der Battert sich nur mäßig zum Klettern bei Niederschlägen eignet. Immerhin ist das Gestein kompakt und trocknet schnell ab – zumindest die dem Wind exponierten Flächen. Bei den Kaminen sieht es natürlich anders aus.

Trotz anfänglichen Regens konnten wir den Tag noch sinnvoll nutzen. Zum einen beim Üben alpiner Seiltechniken, zum anderen aber auch noch etwas am Fels.

Einige Tipps für das Klettern am Battert:

  • Es gibt drei Kletterführer für den Battert: Zum einen den Führer der Bergwacht, zum anderen den Führer von Panico, sowie von Lobo.
  • Auch am Battert gibt es Naturschutz, meist ist im Frühjahr die Badener Wand zumindest teilweise gesperrt. Aktuelle Informationen gibt es an den Infotafeln vor Orts, sowie bei der DAV Felsinfo.
  • Der Fels ist in der Regel kompakt und gut, dennoch gibt es gerade im Bereich der Ausstiege immer wieder (große) lockere Steine und Platten. Vorsicht ist geboten.
  • Da die Absicherung spärlich ist, sollte man einen kompletten Satz Keile und einige Friends einpacken. Oder ein sehr gutes Nervenkostüm. Teilweise, gerade bei Klassikern, sind sowohl die Absicherungsmöglichkeiten kühn und die Bewertungen hart. Dennoch macht das Klettern dort Spaß, vielleicht auch gerade weil man weniger mit den Muskeln, als mit dem Kopf klettern muss.
  • Bei powderguide.com gibt es eine sehr schöne Übersicht über Spaltenbergungsmethoden und Flaschenzüge. Wie ich finde sehr schön illustriert und mit weiterführenden Links am Ende, vor allen Dingen mit verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten.

In diesem Sinne,

Martin

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