Irgendwie hat mich das Make Your Own Gear oder Do It Yourself Fieber gepackt, denn ich habe mit einer leicht wärmenden Softshelljacke das nächste Projekt umgesetzt. Zugegeben, einer der Gründe für das erneute Auspacken der Nähmaschine war sicherlich meine längere krankheitsbedingte Trainingspause, welche mir meinen Kalender etwas lüftete. Dazu kam, dass ich bei extremtextil.de verschiedene kleine Stoffmuster bestellt hatte und mich sofort in das Shell-Fleece von Malden Mills/Polartec verliebt hatte. Eigentlich konnte ich gar nicht anders, als erneut ein wenig zu nähen.

Dieses mal nahm ich erneut ein Schnittmuster von Pattydoo zur Hand, allerdings für das Kapuzenjacke „Jordan“. Insgesamt war die Softshelljacke meine bisher schwerste Aufgabe, denn das sehr stretchige Material verzieht sich sehr leicht und ich hatte mit zahlreichen kleinen Hürden zu kämpfen – was aber einzig und allein der Tatsache geschuldet ist, dass ich was das Nähen angeht Autodidakt bin und kaum Übung habe. Nachdem ich Jacke schon beinahe komplett fertig hatte, entschied ich mich dazu sie erneut teilweise aufzutrennen und am Vorderteil etwas Stoff links und rechts des Reißverschlusses abzutrennen, um die Jacke etwas enger zu schneidern. Der eigentliche Schnitt ist nämlich sehr bequem und weit – wer das mag, muss nichts ändern. Ansonsten ist der Schnitt recht lang ausgefallen, was aber ganz praktisch ist, da man so die Jacke sowohl unter, als auch über dem Klettergurt sehr bequem tragen kann, ohne beim Strecken gleich stellenweise blank zu ziehen.

Softshell
Die fertige Softshell, mein bisher kompliziertestes Projekt.
Softshell
Die Kapuze habe ich auf der Innenseite mit etwas Nylon abgefüttert.
Softshell
Der eingenähte und sowohl oben als auch unten zu öffnende Reißverschluss. Warum es überhaupt Outdoorbekleidung gibt, bei der man den Reißverschluss nicht an beiden Enden öffnen kann, ist mir ein Rätsel!

Am Fels hatte ich die Jacke auch schon im Einsatz, nämlich beim Eröffnen der Klettersaison 2017. Die Jacke trug sich gut, die Kapuze konnte ich direkt nutzen und es weil es zunächst sehr bedeckt und kühl war, konnte ich auch noch problemlos etwas unter die Jacke ziehen. Alles in allem bin ich zufrieden, von Kleinigkeiten abgesehen.

Softshell
In der selbstgenähren Softshell Jacke am Fels, denke man kann nicht auf den ersten Blick erkennen, dass diese nicht von einem achtjährigen Kind aus  Vietnam oder Bangladesh, sondern von mir selbst genäht wurde.

Ein paar kurze Infos für alle die ebenso gerne ein Softshell nähen möchten:

  • Das Schnittmuster stammt von Pattydoo und heißt Kapuzenjacke „Jordan“. Bei Youtube gibt es auch ein Video, auf welchem man gut erkennen kann, was man alles zu tun hat.
  • Beim Stoff handelt es sich um das Shell-Fleece von Malden Mills/Polartec, welches ich von extremtextil.de erstanden habe. Die Kapuze wurde mit einfachem Polyestertaft ausgekleidet, ebenfalls von extremtextil.de. Die Bündchen gab es beim lokalen Kurzwarenhandel Toko in Heidelberg und den Reißverschluss bei Michael Hoins über amazon.
  • Stretchstoff ist etwas tricky, beim Einnähen des Reißverschluss unbedingt Bügel-/Näheinlage verwenden, da sich ansonsten alles katastrophal verzieht.

In diesem Sinne

Martin

 

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