Karlsruher Grat

Karlsruher Grat im Winter

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Zu Wanderungen über den Karlsruher Grat gibt es im Internet zahlreiche Berichte und Tourenvorschläge, wie zum Beispiel bei Outdooractive oder dem Outdoormädchen, wo ich auf den Karlsruher Grat aufmerksam wurde. Doch von einer Begehung im Winter, nach starken Schneefällen, hatte ich hingegen noch nirgends etwas lesen können. Entsprechend wussten wir nicht ganz was uns erwarten würde, als wir in die verschneite Winterwelt des Schwarzwalds aufbrachen, um dort den Karlsruher Grat bei winterlichen Verhältnissen zu begehen. Natürlich fanden wir im Netz zahlreiche Bilder und auch einige Videos über den sommerlichen Grat, aber über das was im Winter an Ausrüstung angebracht war, waren wir uns nicht sicher. Entsprechend stopften wir fast alles in den Rucksack was wir finden konnten: Steigeisen, Pickel, Seil, Friends, Keile, Schlingen, Helm, …

Ausgerüstet wie für eine Westalpentour fuhren wir in den Schwarzwald und parkten unser Auto am Ortsrand Ottenhöfens an den industriellen Anlagen des Steinbruchs. Zugegeben, es gibt schönere Startpunkte für einen Aufbruch in die Natur, aber nach nur wenigen Schritten hatten wir den Anblick hinter uns gelassen und wir stiegen langsam entlang des Gottschlägbachs in Richtung Edelfrauengrab.

Karlsruher Grat
Bereits am Parkplatz lag einiges an Schnee.
Karlsruher Grat
Auf dem Weg zum Karlsruher Grat, vorbei am Gottschlägbach und den Edelfrauengrab-Wasserfällen.

Der untere Bereich des Gottschlägbachs ist mit Geländern gesichert und man kommt an den sehr schönen Edelfrauengrab-Wasserfällen vorbei. Nach dem wir diese hinter uns gelassen hatten marschierten wir durch verschneiten Wald und weiße Lichtungen, um an die Kreuzung zu kommen, von der in keinem Bericht des Karlsruher Grats ein Bild fehlen darf:

Karlsruher Grat
Ein Schnapsbrunnen! Im Sommer gibt es hier wohl auch nicht-alkoholische Getränke, gekühlt von Wasser, dass den unteren Bereich des Brunnens durchfließt. Aber im Winter ist natürlich nur Hochprozentiges auf Lager.

Nach dem Schnapsbrunnen stiegen wir noch rund 50 Höhenmeter quer zum Hang hinauf und dann wieß uns ein Schild darauf hin, dass es westlich von uns das Ziel liegen müsste. Nach ein paar Schritten war es soweit und wir konnten die ersten Felsen sehen. Wir pausierten kurz, wärmten uns mit etwas Tee und griffen zu Pickel und Steigeisen. Außerdem legten wir auch all das andere Material an, das wir ja mitgebracht hatten. Auch wenn nicht sicher war, ob wir es benötigen würden – im Falle eines Falles würde es im Rucksack nichts bringen und es sieht doch auch viel alpiner aus, wenn viel Material am Gurt hängt…

Ab dem Einstieg folgten rund 500 m purer Genuß auf dem herrlich eingeschneiten Grat. Erst wenn wir mit den Steigeisen durch die Schneeoberfläche traten spürten wir, ob schon rasch Fels oder doch noch eine Menge Schnee unter unseren Füßen war. Möglichst direkt tänzelten wir über die Felszacken und konnten bei Steigeisen und Pickel gut gebrauchen.

Karlsruher Grat
Der Auftakt zum Karlsruher Grat. Im Hintergrund eine lange Felsrippe nach Süden, welche man allerdings nicht begehen muss.
Karlsruher Grat
Viele der kleinen Felszacken kann man umgehen, doch am meisten Spaß hat man, wenn man alles diekt überquert und die Steigeiesen so zu ihrem Einsatz kommen.
Karlsruher Grat
Rechts im Bild unser Weg über die Felszacken.
Karlsruher Grat
Die zuvor erwähnte markante und nach Süden zeigende Felsrippe des Karlsruher Grats. Wären am Rand die Bäume nicht zu erkennen, hätte dieses Bild auch im Nebel der Alpen aufgenommen sein können…
Karlsruher Grat
Immer wieder auf Augenhöhe mit den Bäumen.
Karlsruher Grat
Blick vom Karlsruher Grat nach Süden in den Schwarzwald bei Ottenhöfen. Erst zum Ende hin zeigte sich die Sonne ein wenig.
Karlsruher Grat
Die Bäume waren leicht eingeschneit und sorgten für eine tolle Stimmung. Es fühlte sich tatsächlich wie eine kleine Hochtour im Schwarzwald an.
Karlsruher Grat
Der Grat ist nicht immer ausgesetzt und schmal, aber man sollte dennoch nicht ausrutschen.

Kurz vor Ende des Grats gab es noch eine kleine Steilstufe von etwas mehr als zwei Metern zu erklimmen. Kein großer Alpinismus, aber ein großer Spaß!

Karlsruher Grat
Eine kleine Steilstufe kann man kurz vor dem Ende des Karlsruher Grats auch noch erklimmen.

Unmittelbar nach dem Ende des Grats bogen wir nach links ab und stapften parallel zum 290 Millionen Jahre alten Grünberg-Quarzporphy des Grats zurück, am Einstieg vorbei das Gottschlägbachtal hinab zum Parkplatz.

Karlsruher Grat
Nach dem Grat durch den winterlichen Wald

Eine kurze Tour, aber absolut genial, weil wirklich kurzweilig und mit viel Ausblick. Alpine Gefühle mitten im Schwarzwald, das hat man auch nicht oft… Mein Dank geht an Sebastian für die tollen Bilder!

Einige Eckdaten zur Tour:

  • Startpunkt der Tour ist Ottenhöfen im Schwarzwald. Wer mit dem Auto kommt parkt bei den ausgeschilderten Parkplätzen am Steinbruch und wer mit der Bahn anreisen will schafft es in etwa einer Stunde von Karlsruhe aus.
  • Die Tour hatte etwa 360 Höhenmeter und die realistische Gehzeit liegt in gemütlichem Tempo bei etwa drei Stunden.
  • Sowohl zu Beginn, als auch in der Mitte kann man auf eine nördliche Umgehung ausweichen.
  • Mehr als Steigeisen und Pickel ist nicht notwendig; Seil und weitere Ausrüstung braucht man als geübter Geher nicht. Wer sich gar nicht sicher ist kann auf jeden Fall Schlingen um Köpfel oder Bäume legen… ansonsten eben die Umgehung nutzen.
  • Zur Orientierung kann man Outdooractive.de nutzen, auf den Flyer von Ottenhöfen schauen oder sich auf die Beschilderung verlassen.

In diesem Sinne,

Martin

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