Gesundheitlich betrachtet hätte der Frühling 2016 für mich besser beginnen können, denn verletzungsbedingt werde ich bis auf Weiteres beim Klettern langsam machen und mich zurücknehmen müssen. Das frustriert mich durchaus, doch dies ist natürlich kein Grund Trübsal zu blasen und so werde ich zukünftig doch wieder etwas öfter die Laufschuhe schnüren. Das Schöne an Heidelberg ist, dass mit dem Odenwald vor der Haustür ein wirklich hervorragendes Revier zum Trailrunning vorhanden ist. Dazu hatte ich bereits 2014 kurz geschrieben und zukünftig möchte ich etwas mehr über das schreiben, was ich im süd- und nordöstlich von Heidelberg liegenden Teil des Odenwalds an Trails, Wegen und Pfaden entdecke.

Einer meiner derzeit liebsten Abschnitte führt über den Unteren Guckkastenweg auf der nördlichen Neckarseite in den Osten Heidelbergs. Viele gehen ohnehin am Philosophenweg laufen und dieser kleine Abschnitt lässt sich gut in zahlreiche Läufe dort integrieren.

Einstieg ist am unteren Ende der Hirschgasse, wo es nach Osten zunächst über Treppen und anschließend einen schmalen Pfad für etwas mehr als 500 m von etwa 120 m Meereshöhe auf gut 230 m nach oben geht. Man läuft unterhalb eines kleinen Weinbergs und erreicht nach etwa 900 m einen Abstieg über kurze Serpentinen. Im Anschluss geht es dem kleinen Pfad folgend immer weiter nach Osten – zumindest im Frühling stellenweise vorbei an ganzen Feldern aus Bärlauch und immer wieder über kleine Rinsale, die ins Tal ziehen. Der schmale Trail kann nach anhaltenden Niederschlägen durchaus rutschig sein. Das Ende des Pfades markieren zwei kleine Holzschranken, die, so vermute ich, Radfahrer vom Befahren des Trails abhalten sollen. Technisch schwer ist der Pfad nicht, aber die Ausblicke ins Neckartal sind wunderschön und der Verlauf bietet einen unheimlichen Flow, in dem es leicht auf und ab geht.

Um zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten: Abstieg zum Harlass und an der Straße zurück zur Hirschgasse. Das ist landschaftliche sicherlich nicht interessant, aber vielleicht geologisch. Das Geotop 2011 (Der Löss vom Harlass) wartet kurz vor dem Erreichen der Straße. Reizvoller ist allerdings der Schotterweg zurück, der von den beiden Holzschranken nach links abbiegt und zwei fantastische Ausblicke auf die Heidelberger Altstadt zulässt. Der Weg hat eine geringe Steigung und nach 6o Höhenmetern (ab Ende des Unteren Guckkastenwegs) erreicht man die Verlängerung des Philosophenwegs, der man ein Stück folgt, um in einer spitzen Linkskehre hinab zur Hirschgasse abbiegen zu können.

Laut GPS-Track rund 4 km feinster Genuss mit 230 Höhenmeter in Auf- und Abstieg, bei tollen Blicken ins Neckartal oder zurück auf Heidelberg. Die erste Hälfte auf einem kleinen Trampelfad/Trail, zurück auf Schotter. Am besten im Herbst oder im Frühjahr, im Sommer geht es durch üppiges Grün und nach Regenfällen ist stellenweise etwas Vorsicht geboten.

In diesem Sinne

Martin

P.S: Seit Jahren laufe ich auch abseits von Straßen und habe mich dabei nie groß damit beschäftigt, wann dies als Trailrun, Cross-Run, Cross-Trail, Querfeldeinlauf oder sonstwie zu bezeihnen ist. Daran werde ich vorerst auch zukünftig nichts ändern und alle diese Begriffe einfach in einen Topf werfen… ;)

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