Still ist es hier geworden, was maßgeblich daran liegt, dass ich mit dem Winter nur sehr wenig anfangen kann. Sportlich habe ich den Winter zur Kräftigung genutzt. Ein gestärkter Rücken schadet nicht, wenn man im Sommer einen (schweren) Rucksack durchs Gebirge tragen will – und weil ich auch nicht mehr ganz der Jüngste bin, verlangt das ein oder andere Gelenk mittlerweile nach gezieltem Training. Ansonsten war ich eher passiv und mein größtes wintersportliches Highlight sah wie folgt aus:

Passiver Wintersport: Die Adler Mannheim verlieren gegen die Straubing Tigers.
Passiver Wintersport: Die Adler Mannheim verlieren gegen die Straubing Tigers.

Doch mittlerweile sind die Temperaturen milder geworden und die Sonne lässt sich schon wieder länger blicken. Am vergangenen Wochenende war es entsprechend an der Zeit, die Outdoor-Saison 2016 zu eröffnen (zumindest für Wintermuffel wie mich war es an der Zeit) und im Steinbruch bei Schriesheim hatte ich zum ersten mal im neuen Jahr meine Finger wieder zum Klettern am Fels. Ganz alleine waren wir dabei freilich nicht, denn das gute Wetter lockte einige Kletterer in den Steinbruch, nicht zuletzt weil Ostern war und viele wohl auch entsprechend Zeit hatten.

Ein durch Ostern verlängertes Wochenende, gutes Wetter und schon herrscht reger Betrieb im Schriesheimer Steinbruch.
Ein durch Ostern verlängertes Wochenende, gutes Wetter und schon herrscht reger Betrieb im Schriesheimer Steinbruch.
asd
Endlich wieder in Kletterschuhen am Fels.

Große Veränderungen hat der Winter dem Steinbruch nicht beschert, zumindest habe ich von keinen größeren Frostsprengungen Notiz genommen. Dennoch würde ich jedem einen Helm empfehlen, denn gerade zu Beginn der Saison kann in den Routen noch einiges an losem Gestein liegen – und Nomen est Omen: Schriesheim ist nicht umsonst ein SteinBRUCH. Hier und da kann schon einmal etwas locker sein.

Aufgefallen waren mir weniger Veränderungen am Fels, als vielmehr an der Vegetation: In den südlichen Sektoren der zweiten Wandstufe lag einiges an kleinen Bäumen und Sträuchen umher, Überbleibsel des letzten Kahlschlags.

Die Sonne kommt dank des letzten Kahlschlags besser an den Fels.
Die Sonne kommt dank des letzten Kahlschlags besser an den Fels.

Der Vorteil einer solchen Freistellung des Felsens liegt auf der Hand: Er ist weniger schattig (was in Schriesheim im Sommer eigentlich ein Nachteil ist) und daher weniger feucht, weil Sonne und Wind besser an den Fels kommen. Entsprechend weniger Moos und anderes Grünzeug wächst am Fels. Auch wenn mir als Kletterer diese Rodung eigentlich entgegenkommt, so ganz verstehen kann ich sie nicht, denn immerhin liegt der Schriesheimer Steinbruch in  einem Naturschutzgebiet. Doch anscheinend kommt die Natur sehr gut mit den Maßnahmen zurecht:

Der Schriesheimer Steinbruch ist nicht ohne Grund Teil des Naturschutzgebietes "Ölberg": Ein Molch im Steinbruch.
Der Schriesheimer Steinbruch ist nicht ohne Grund Teil des Naturschutzgebietes „Ölberg“: Ein Molch im Steinbruch.

An dieser Stelle eine Bitte, die direkt mit dem Naturschutz zusammenhängt: Im Steinbruch gilt ein Wegegebot, sprich es sind nur die festgelegten Zustiege zum Steinbruch zu benutzen. Dies heißt vor allen Dingen, dass der Steinbruch nur über die unterste Ebene betreten und ebenso verlassen werden soll. Typischerweise beginnt man an einem Klettertag auf einer der unteren Ebenen und arbeitet sich im Laufe des Tages nach oben. Viele verlassen den Steinbruch anschließend aus Bequemlichkeit leider über die obere Ebene. Man kann sich sicherlich fragen, warum dies nicht erlaubt ist, denn immerhin beginnt unweit hinter dem den Steinbruch abgrenzenden Zaun ein Wanderweg, doch dies ist eine der Vorgaben und an diese sollte man sich bitte halten. Immer wieder kommt es in Felsklettergebieten zu Sperrungen, weil Kletterregelungen nicht eingehalten werden. Dies ist unnötig und auch wenn es nicht unbedingt im Einzelnen nachvollziehbar erscheint warum eine bestimmte Regelung aufgestellt wurde, trägt ein Befolgen der Regelungen jedoch stets dazu bei, dass ein Klettergebiet langfristig erhalten bleibt und nicht gesperrt wird. Zu den in Schriesheim geltenden Kletterregelungen finden sich bei der AG Klettern und Naturschutz im Odenwald e.V. alle relevanten Informationen – und dann steht einem erfolgreichen Klettertag nichts mehr im Weg:

Blick vom südlichen Teil der zweiten Ebene in Richtung Norden.
Blick vom südlichen Teil der zweiten Ebene in Richtung Norden.
In der Bildmitte die unterste Ebene, leicht links der Tannenriss und in der Mitte das Grüne Eckel.
In der Bildmitte die unterste Ebene, in der Verschneidung die Route Grünes Ekel.
Frühling auf der vierten Wanstufe.
Frühling auf der vierten Wanstufe.
Herrliche Risse und super kompakter Fels im südlichen Teil der zweiten Wandstufe
Herrliche Risse und super kompakter Fels im südlichen Teil der zweiten Wandstufe
Sonneuntergang über dem Pfälzer Wald, gesehen beim Abstieg.
Sonnenuntergang über dem Pfälzer Wald, gesehen beim Abstieg über die Weinberge hinunter nach Schriesheim.

In diesem Sinne allen viel Spaß in der neuen Saison 2016

Martin

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