Wissen – Verletzungen beim Klettern II

Allgemein ,

Vor beinahe einem Jahr hatte ich bereits einen kleinen Blogeintrag zum Thema Verletzungen beim Klettern geschrieben und dabei über eine Arbeit aus Deutschland zu eben diesem Thema berichtet. Jetzt möchte ich meine Winterpause etwas nutzen und erneut kurz über das Thema Verletzungen beim Klettern berichten, denn mir ist durch Zufall eine Übersichtsarbeit in die Hände gefallen, in der ich ein paar Zahlen gefunden habe. Rock Climbing Injuries: Acute and Chronic Repetitive Trauma lautet der Titel der im Journal Current Problems in Diagnostoc Radiology Mitte 2015 erschein ist. Die Autoren weisen darin daraufhin, dass es wichtig ist die Muster bei Kletterunfällen zu verstehen, um eine korrekte Diagnose zu erhalten – und jeder der schon einmal zum Radiologen oder Orthopäden musste wird bestätigen können, dass es leider gar nicht so einfach ist, ich fachkundige Hände zu kommen.

Häufigkeit von Verletzungen beim Klettern

Das Risiko, sich beim Klettern zu verletzen, ist verglichen mit anderen Sportarten, recht gering. 4,2 Verletzungen gibt es pro 1000 Personenstunden Klettersport. Beim Basketball liegt die Quote etwa doppelt so hoch und wer American Football spielt, darf mit 15,7 Verletzungen pro 1000 Stunden rechnen. Betrachtet man nur das Hallenklettern, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit sogar auf gerade einmal 0,2 Verletzungen pro 1000 Stunden Kletterei. Für die Felskletterer zitieren die Autoren übrigens eine Case-Fatality-Ratio von 6 % – sprich 6 % der Verletzungen bei Felskletterern enden tödlich.

Obere Extremitäten

Der Großteil der chronischen und akuten Verletzungen haben Kletter an den oberen Extremitäten, wobei etwa 60 % die Hand und das Handgelenk betreffen, 40 % Schulter und Ellenbogen. Was die Hand angeht fallen etwa 50 % der Verletzungen auf Sehnen und Bänder der Finger – Stichwort Ringbandverletzung.

Untere Extremitäten

Die unteren Extremitäten sind nur bei etwa 40 % aller akuten Verletzungen betroffen, wobei Verletzungen am Sprunggelenk etwa 20 % davon ausmachen. Dies ist intuitiv nachvollziehbar, denn schließlich bekommt das Sprunggelenk den größten Stress ab, wenn unsanft nach einem Sturzt gegen die Wand geprallt wird oder aber ein Sturz mit Bodenkontakt verbunden ist. Ein weiteres Problem sind die Kletterschuhe, die bekanntermaßen extrem eng getragen werden. Dies hat vor allen Dingen chronische Probleme zur Folge, angefangen von subungualen Hämatomen (blaue Flecken unter dem Nagel) über Hallux valgus bis hin zu Hallux rigidus.

Die Zahlen sind ähnlich und teilweise identisch mit denen der Arbeit, die ich bereits erwähnt hatte. Das eigentlich Interessante an der Arbeit aber sind die zahlreichen radiologischen Bilder. Damit eignet sich der Artikel bestens, um im Falle eines Falles mal dem Radiologen oder Orthopäden zu zeigen, was er sich denn wie anschauen sollte… ;)

In diesem Sinne

Martin

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