Mit guten Traditionen sollte man nicht brechen und weil ich normalerweise einmal im Jahr für ein verlängertes Wochenende in den Frankenjura fahre, ging es auch in diesem Jahr in den Frankenjura. Der Frankenjura ist Deutschlands größtes Klettergebiet und nordöstlich von Nürnberg, in der Fränkischen Schweiz und der Hersbrucker Alb, zwischen den Städten Nürnberg, Bamberg, Bayreuth und Amberg finden sich mehr als 10 000 Routen an meist kleinen im Wald versteckten Türmen und Massiven aus Kalkstein. Weltbekannte Routen wie Wallstreet oder Action Direct wurden Ende der Achtziger und Anfang der Nenunziger von weltbekannten Kletterern wir Kurt Alber und Wolfgang Güllich begangen. Ein ganzes Kapitel Klettergeschichte findet man an den dortigen Felsen und mitten drin auch eine der Institutionen, die man als Kletterer besucht haben muss: Den Gasthof Eichler, einen Campingplatz für Kletterer, denn hier sind seit mehreren Jahrzenten zwischen April und Oktober quasi ausschließlich Kletterer aus aller Welt zu Gast. Weltberühmt ist der Platz vor allen Dingen für die leckeren Kuchen, die man einfach gegessen haben muss.

So beginnt ein guter Klettertag im Frankenjura: Erster Blick aus dem Zelt auf Martha Eichler's Campingplatz.
So beginnt ein guter Klettertag im Frankenjura: Erster Blick aus dem Zelt auf Martha Eichler’s Campingplatz.

Seit den Neunzigern geht es im Frankenjura etwas ruhiger zu, die Weltelite im Klettern hat es zu anderen Spots in der Welt gezogen, doch noch immer kann jeder Kletterer auf dem Globus etwas mit dem Begriff Frankenjura anfangen – und auch der Campingplatz ist eine feste Institution.

Man findet im Frankenjura allerdings nicht ausschließlich schwere Routen ab dem zehnten Grad, sondern auch gemäßigte und mittelschwere Kletterei in quasi allen Graden. Entsprechend kann man dort ganz nach dem eigenen Können eine schöne Zeit am Fels verbringen.

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Viel Lanfschaft zwischen den Felsen: Die Fränkische Schweiz im Herbst, bei bestem Wetter.
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Der Röthelfels ist mit über 150 Routen der größte und mächtigste Felsriegel im Frankenjura. Ansonsten dominieren meist kleinere Felsen, mit typischerweise zehn bis zwanzig Routen.
Der Götterbogen am Röthelfels
Der Götterbogen am Röthelfels. Wer den siebten Grad draufhat, kann hier seine Schultern in einer kurzen Hangelpartie malträtieren…

Der Frankenjura ist allerdings nicht nur für die Kletterei und Martha Eichlers Gasthof, beziehungsweise Campingplatz bekannt, sondern auch für sein Bier und eine kulinarische Spezialität Frankens: Das Schäufele. Die Oberfranken werben damit, die hölchste Brauereidichte der Welt zu besitzen und in der Tat findet man in jedem kleinen Ort eine eigene kleine Brauerei, die gutes handwerklich erzeugtes Bier verkauft – neudeutsch würde man das wohl als Craft Beer bezeichnen. Am besten kombiniert man ein solches Bier nach einem anstrengenden Klettertag mit einem Schäufele, dem fränkischen Nationalgericht schlechthin.

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So hört ein gute Klettertag in Franken auf: Mit einem Schäufele, sowie einem Seidla gutem lokalen Bier!

Wir hatten ein paar schöne Tage in Franken und wer tatsächlich noch nie dagewesen sein sollte, der findet hier ein paar Informationen, um dies zu ändern:

  • Die beste Zeit ist April bis Oktober, die meisten Felsen stehen im Wald und sind schattig geschützt, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt.
  • Panico bietet mit dem Kletterführer Franken Band 1 und Band 2 genügend Informationen, um jahrelang dort klettern zu können, ohne eine Route wiederholen zu müssen. Wie gesagt, es gibt mehr als 10 000 davon…
  • Am besten übernachtet es sich bei Martha Eichler. Dort findet man auch stets genügend Kletterer, sollte man auf der Suche nach Informationen oder Kletterpartnern sein. Berühmt ist der Hof für seine Kuchen – die sollte man probiert haben!
  • Schaeufele.de – hier gibt es alle Informationen rund um das fränkische Nationalgericht. Und bitte nicht mit dem badischen Schäufele verwechseln!
  • Wenn die Finger blutig geklettert sind, kann man sich dem fränkischen Bier widmen. Mehr Informationen gibt es hier. Und wer den Klassiker unter allen Bierwanderungen machen möchte, der sollte mal nach dem Fünf Seidla Steig schauen.
  • Frankenjura.com – zahlreiche Informationen für alle, die mehr als Klettern wollen. Man kann im Frankenjura auch wandern und radfahren!

In diesem Sinne

Martin

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