In geheimer Mission

Klettern , ,

Durch meinen alten Kletterpartner im südlichen Frankenjura hatte ich von einem Geheimtipp gehört, einem neu zum Klettern erschlossenen Steinbruch im südlichen Frankenjura. Er selbst war schon vor Ort gewesen und hatte von der Kletterei geschwärmt, so dass auch ich bei meinem Besuch dort einmal vorbei schauen wollte. Handfeste und offizielle Informationen zum Steinbruch gibt es nicht, einzig dass eine Alpenvereinssektion den Steinbruch erschlossen haben soll wurde kolportiert und es gibt weder Topo noch sonstige Dokumentation.

Nach kurzem Zustieg durch Gelände in dem sich sicherlich tausende Zecken tummelten, standen wir vor der Wand. Diese ist geschätzt etwa 30 m lang und absolut senkrecht. Der Kalk liegt in Bändern und weil die einzelnen Bänder recht glatt sind, ist die Kletterei anspruchsvoll und die meisten Griffe gibt es in Form von Leisten zwischen den Bändern.

Der
Früher wurde hier Kalkstein gebrochen, jetzt sind zahlreiche Haken an der Wand: Senkrechte Kletterei an festem Kalk und weil kaum jemand den Ort kennt ist nichts speckig oder abgegriffen.

Das Schöne war, dass die Wand nach Nordwesten ausgerichtet ist und wir deshalb trotz großer Hitze halbwegs gut klettern konnten. Der Fels ist rund 10 – 12 m hoch und neben der Hauptwand gibt es noch zwei kleine seitliche Bereiche, wo wir auch in einen abseilten. Die Kletterei in diesem Bereich ist die leichteste vor Ort, allerdings nur wenig lohnend.

Im nördlichen Bereich findet sich noch ein kleiner Sektor, in den abgeseilt werden kann. Dort finden sich die leichtesten Routen, allerdings lohnt die Kletterei nicht.
Im nördlichen Bereich findet sich noch ein kleiner Sektor, in den abgeseilt werden kann. Dort finden sich die leichtesten Routen, allerdings lohnt die Kletterei nicht.
Die vielleicht einzig lohnende Route im Nebensektor, ein kurzer Überhang. Eigentlich eher ein schlecht durch ein Crashpad abzusichernder kurzer Boulder mit ein paar Haken.
Die vielleicht einzig lohnende Route im Nebensektor, ein kurzer Überhang. Eigentlich eher ein schlecht durch ein Crashpad abzusichernder kurzer Boulder mit ein paar Haken.

Auch im südlichen Teil der Hauptwand finden sich noch drei leichte Routen, doch diese führen durch die gestufte letzte Abbaukante und lohnen sich auch nicht wirklich. Wer dagegen ab dem sechsten Grad klettern kann, der findet in der Hauptwand zahlreiche tolle Herausforderungen. Meiner Einschätzung nach – ohne offiziellen Topo kann ich auch nichts zu offiziellen Schwierigkeitsgraden schreiben – gibt es in der Hauptwand zwei Routen im Bereich 5 (UIAA), mindestens drei Routen im Bereich 6 und den Rest würde ich bei 7 und darüber einschätzen. Im Übrigens alles bestens abgesichert. Schon jetzt bin ich gespannt, ob der Fels seinen Weg in die nächste Auflage des kürzlich erst neu veröffentlichten Panico Kletterführers für den südlichen Frankenjura finden wird.

Typisch für den weißen Kalk des ehemaligen Jurameeres: Eingeschlossene Fosilien im Gestein des Steinbruchs, wobei unweit des Steinbruchs weitaus bedeutendere Funde gemacht wurden.
Typisch für den weißen Kalk des ehemaligen Jurameeres: Eingeschlossene Fosilien im Gestein des Steinbruchs, wobei unweit des Steinbruchs weitaus bedeutendere Funde aus dem Oberjura gemacht wurden.

Mittleweile habe ich nach etwas Recherche mit den kolportierten Informationen zwar keinerlei offiziellen Informationen zum Steinbruch im Netz gefunden, aber ich weiß, dass mindestens seit August 2014 dort geklettert wird. Damals hat sich dort schon ein Unfall ereignet. Und weil das alles nicht offiziell und noch ein bisschen geheim ist, gibt es auch an dieser Stelle keinerlei Informationen zum Ort.

In diesem Sinne

Martin

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