Klettern über den Dächern Heidelbergs – Riesenstein

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Für den vergangenen Sonntag war zunächst bedecktes, aber trockenes Wetter gemeldet. Ideales Wetter also, um nach Schriesheim zum Klettern zu gehen, denn bei sommerlichen Temperaturen ist es dort nicht auszuhelten. Doch noch vor dem Zustieg fing es zu regnen an und wir warteten unterhalb der Weinberge Schriesheims vergeblich auf ein Ende des Regens, bevor wir beschlossen in die Heidelberger Kletterhalle zu fahren. Gesagt, getan, doch dort stellten wir schnell fest, dass sich unsere Motivation in der Halle zu klettern schwer in Grenzen hielt und außerdem hatte es aufgehört zu regnen. Wir fackelten nicht lange und fuhren zu einem kleinen Kletterfels, den ich bisher in meiner Zeit in Heidelberg völlig vernachlässigt hatte – dem Riesenstein.

Der Riesenstein besteht aus zwei Felsbereichen, den Sektoren Riesenstein I und Riesenstein II, auch bekannt als Massiv- und Kakerlakenhockerwand. Während die Massivwand für (durchaus schwere) bekannt Boulder ist, wird an der Kakerlakenhockerwand geklettert. Beiden Bereichen gemeinsam ist der harte und kompakte Sandstein – und wie so oft bei der Kletterei im Odenwald wurde auch hier früher einmal Stein gebrochen. Die Kakerlakenwand reicht teilweise knapp unter 20 m hoch und die meisten Routen sind gut gesichert, auch wenn der erste Haken oftmals etwas hoch verbaut wurde. Insgesamt sehen nicht ganz 30 Routen zur Auswahl,  wobei sich der (im Übrigen vom Parkplatz aus ultrakurze) Zustieg nur für diejenigen lohnt, die im mindestens im sechsten Grat klettern können – denn darunter ist kaum etwas zu holen. Wer hingegen im siebten bis achten Grad klettert, den erwartet ein kleines Paradies.

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Klettern an der Kakerlakenwand des Riesensteins: Senkrechte Kletterei an Sandstein – mit viel Reibung, Fingerlöchern und einigen Rissen.
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Die 20 m Marke erreicht die Kakerlakenhockerwand nicht, aber sie bietet tolle Kletterei an festem Sandstein ab dem sechsten Grad.

Durch den umgebenden Wald sind die Felsen etwas geschützt und da sie ohnehin nach Norden ausgerichtet sind, kann man hier auch bei etwas höheren Temperaturen noch klettern. Durch die Bäume hindurch kann man auch einen Blick auf Heidelberg und den Philosophenweg erhaschen.

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Blick von der Kakerlakenhockerwand durch die Bäume auf den Philosophenweg.

Quasi zwischen Massiv- und Kakerlakenhockerwand findet man übrigens noch eine Aussichtsplattform, die ohne Kletterschuhe zu erreichen ist. Hier hat man einen etwas besseren Blick, ganz ohne Bäume im Panorama.

Blick vom Riesenstein über Heidelberg.
Blick über Heidelberg: In der Bildmitte erkennt man den Philosophenweg, darunter der Neckar und die Altstadt. Nach rechts schlängelt sich der Neckar in den Odenwald, vorbei am gerade noch so zu erkennenden Schloss hin zu den Felsen von Ziegelhausen. Nach links öffnet sich der Rheingraben und der Neckar fließt Richtung Rhein.

Insgesamt hatten wir mit dem Riesenstein die richtige Entscheidung getroffen, die Routen sind lohnend und das Wetter war trotz vorausgegangenem Regen gut genug, um nicht in der Halle zu klettern zu müssen. Einzig bei meiner Schulter kam der Ausflug nicht so gut an, denn die doch wieder etwas schwerere Kletterei sorgte leider für erneute Beschwerden. Das wirft mich nun doch wieder etwas zurück und ich werde wohl wieder langsamer machen müssen.

Hier einige kurze Informationen zum Klettern am Riesenstein:

  • Der Panico Odenwaldführer bietet Topos zum Riesenstein. Allerdings nur für die Kletterei – wer bouldern möchte schaut besser mal hier vorbei: bouldern-odenwald.de
  • Einen Eindruck vom Boulden am Riesenstein findet man hier bei Vimeo.
  • Wer mit dem Auto zur Kakerlakenhockerwand fährt, findet einen kleinen Parkplatz nur wenige Meter vor den Felsen. Wer mit dem ÖPNV anreisen möchte, steigt ab der Halstestelle Friedrich-Ebert-Platz zu – und ist dann auch schon direkt aufgewärmt.

In diesem Sinne

Martin

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