Am vergangenen Samstag ging es einmal mehr in den Schriesheimer Steinbruch. Zum einen hatte ich Besuch meines alten Kletterpartners und wollte ihm natürlich unbedingt zeigen, was ich da schönes vor der Haustür habe, zum anderen aber neigt sich die meines Erachtens nach zweigeteilte Saison in Schriesheim langsam dem Ende zu: Jetzt wo der Sommer so langsam kommt, wird es im Steinbruch zunehmend unerträglich heiß und das Klettern macht dann rasch keinen Spaß mehr, denn der Steinbruch ist nach Südwesten exponiert und fängt mit seinem halbrunden Aufbau die Sonne sehr gut ein. Die halbrunde Form in der Landschaft bedingt auch, dass es im Regelfall nur sehr wenig kühlenden Wind gibt. Doch all das war am vergangenen Samstag überhaupt kein Problem, denn der Tag begann sehr bedeckt und während wir den Hang über Schriesheim empor stiegen, zogen von Mannheim im Westen kommend die Wolken mit Nieselregen über unsere Köpfe.

Blick von der dritten Wandstufe des Schriesheimer Steinbruchs in Richtung Nordwesten
Blick von der dritten Wandstufe des Schriesheimer Steinbruchs in Richtung Nordwesten.

Klettern konnten wir dennoch quasi problemlos, denn der kompakte Stein trocknete rasch ab und allzuviel Regen war ohnehin nicht gefallen. Auch meine Verletzungen liesen mir Ruhe und  so konnte ich langsam wieder ein paar weitere Routen im Schriesheimer Steinbruch abhaken. Beim meinem letzten Eintrag an dieser Stelle hatte ich schon die vielfältigen Risse im Schriesheimer Steinbruch angesprochen und besonders glücklich war ich bei diesem Ausflug in den Steinbruch, dass ich einen weiteren Riss, oder vielmehr Spalt, abarbeiten konnte: Der Grüne Spalt (7-/7) ist eine herrliche Linie, die von niemand geringerem als dem Heidelberger Reinhard Karl erstbegangen wurde.

Der Grüne Spalt (7-/7) ist die markante Risslinie im rechten Bereich der auf dem Foto abgebildeten sonst recht glatten Wand.
Deutlich zu erkennen: Der Grüne Spalt (7-/7) ist die markante Risslinie und erfordert etwas Geschick und im oberen Teil eine gute Fußtechnik.

Mit der Begehung war mir klar, dass ich ganz langsam wieder in Form komme und dass ich in den letzten Monaten der Kletterzwangspause vielleicht gar nicht so viel abgebaut hatte, wie ich mir dachte.

Gemeinsam mit meinem Besuch stand ich nun aber vor einem Problem: Während es in den vielen traditionellen Klettergebieten die Mögliochkeit gibt, einen Tag am Fels gemütlich bei einer stärkenden Mahlzeit ausklingen zu lassen, fehlt diese Möglichkeit in Schriesheim etwas, denn nichts drängt sich so richtig auf. Im Donautal zum Beispiel gibt es unterhalb der Felsen traditionelle Maultaschen in einem Biergarten, im nördlichen Frankenjura gibt es quasi neben jedem Fels die Möglichkeit ein Schäufele zu essen, im südlichen Frankenjura bei Konstein bekommt man ebenso in einem Biergarten leckere Kuchen und Kleinigkeiten und wer im Donaudurchbruch klettert kommt nicht umhin, auf dem Weg nach Hause im Kloster Weltenburg vorbei zu schauen und noch eine knusprige Haxe zu essen. Einzig in Heidelberg tut man sich etwas schwer, doch an dieser Stelle möchte ich etwas empfehlen, was unter Heidelbergern schon längst Kultstatus erreicht hat und wo man wirklich auch ohne sich umzuziehen mit den dreckigen Kletterklamotten blicken lassen kann: Hakim’s Imbiss. Der liegt sicherlich nicht auf dem Weg, ist aber legendär für seinen Inhaber und vor allen Dingen für die weltbesten Spareribs. Von den Amerikanern, die in unmittlerbarer Nachbarschaft stationiert war, wurde er ausgezeichnet und wenn man sich nicht am etwas ungewöhnlichen Interieur oder etwas längeren Wartezeiten stört, gibt es dort bei Spareribs und Augustiner oder Tegernseer eine ganz hervorragende Möglichkeit, den Tag ausklingen zu lassen. Mehr Infos gibt es übrigens in diesem kleinen Video.

Spareribs aus Hakim's Imbiss. Eine tolle Möglichkeit einen Klettertag ausklingen zu lassen!
Spareribs aus Hakim’s Imbiss. Eine tolle Möglichkeit einen Klettertag ausklingen zu lassen!

Mit dieser Stärkung waren wir dann bereit, am nächsten Tag an den Battert zu fahren…

In diesem Sinne

Martin

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