Im Volksmund gilt das Aprilwetter als launisch und am letzten Wochenende konnte ich beim Klettern in Schriesheim diverse Facetten des Wetters erleben. Erst war es bedeckt und etwas frisch, dann donnerte es, zunächst ohne Regen, und kurz bevor es am Nachmittag fast unerträglich heiß wurde, gab es auch ein paar Regentropfen. Zu wenige, um das Klettern unmöcglich zu machen (der Großteil zog gut sichtbar im Norden vorbei), aber genug, um bei den plötzlich zunehmenden Temperaturen die Luftfeuchtigkeit nach oben schnellen zu lassen.

Aprilwetter in Schriesheim. Erst gab es ein paar Quellwolken...
Aprilwetter in Schriesheim. Erst gab es ein paar Wolken…
... und dann nach ein paar Donnerschlägen tatsächlich auch nich ein paar Tropfen regen.
… und dann nach ein paar Donnerschlägen tatsächlich auch noch ein paar Tropfen regen.

Das Schöne am wechselhaften Wetter war, dass der Andrang deutlich geringer ausfiel, als bei offensichtlich gutem Wetter. Schriesheim hat an „guten“ Wochenenden so viele Besucher wie eine Münchner Kletterhalle bei Feierabend. Entsprechend geht es dann im Steinbruch auch zu und man erkennt den Schwierigkeitsgrad einer Route an der Masse an Menschen, die darunter steht. Routen bis zum oberen fünften Grad sind quasi den ganzen Tag über belegt, im sechsten Grad sieht es schon deutlich besser aus und erst wer im siebten Grad oder darüber klettert, hat eine große Auswahl an freien Routen zur Verfügung. Der Hektik im Steinbruch entkommt man allerdings auch so nicht, wobei sich die Masse der Menschen auf die dritte Wandstufe und den rechten Teil der vierten Wandstufe konzentriert.

Schön war es für mich am letzten Wochenende zu sehen, dass ich mich ganz langsam an die Kletterei in Schriesheim zu gewöhnen scheine: Bis vor einem Jahr war ich praktisch immer nur an Kalkstein unterwegs und die in Schriesheim doch oft dominierenden Risse waren so gar nicht mein Fall. Ein großer Fan der Risse bin ich jedoch immer noch nicht geworden. Allen, denen es ähnlich geht, sei an dieser Stelle die Wild Country Crack School empfohlen:

In insgesamt acht Episoden erklären die als WideBoyz in der European Outdoor Film Tour 13/14 bekannt gewordenen Tom Randall und Pete Whittaker die Basistechniken der Risskletterei. Wer das Gezeigte umsetzen will, der findet in den Klettergebieten rund um Heidelberg ausreichend Risse aller Größen: Zum Beispiel die Fissura Calzonata (6+) in Gimmeldingen, den Supercrack of Highdelberg (7) in Ziegelhausen, oder eben den Fingerriss (6) und den Piazriss (6+) in Schriesheim.

Der Fingerriss (6) in Schriesheim. Nur die letzten zwei Meter erfordern Geschick.
Der Fingerriss (6) in Schriesheim. Nur die letzten zwei (auf dem Foto zugegebenermaßen nicht erkennbaren) Meter sind namensgebend und erfordern Geschick.
Der Piazriss (6+) im gleichnamigen Sektor des Schriesheimer Steinbruchs. Der Name vertät schon, welche Technik zum Umlenker führt.
Der Piazriss (6+) im gleichnamigen Sektor des Schriesheimer Steinbruchs. Der Name vertät schon, welche Technik zum Umlenker führt.

In diesem Sinne,

Martin

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