Bisher war ich noch nie bei einem Vortrag eines bekannten, professionellen Bergsteigers oder Kletterers gewesen und daher war ich am vergangenen Sonntag sehr gespannt, was mich bei Hans Kammerlanders Vortrag „Matterhörner der Welt“ erwarten würde. Bekannt war mir Hans Kammerlander vor allen Dingen durch sein wirklich empfehlenswertes weil lesenswertes Buch „Bergsüchtig: Klettern und Abfahren in der Todeszone“ und vor allen Dingen durch die Diskussionen um sein Projekt „Seven Second Summits“. Bei diesem Vorhaben setzte Kammerlander es sich zum Ziel, als erster die zweithöchsten Berge der Kontinente zu besteigen und dabei gab es eine Kontroverse darüber, ob er bei der Besteigung des Mount Logan tatsächlich den höchsten Punkt erreicht hatte. Letztlich räumte er Zweifel an der Begehung durch eine zweite, besser belegte Begehung aus, doch mir blieb vor allen Dingen ein Zitat im Kopf, welches im Kontext zu seinem Verzicht auf GPS zur Dokumentation stand: „[…] ich gehöre nicht zu den Bergsteigern, die gern mit überbordendem technischen Equipment unterwegs sind.“ Entsprechend musste ich schon sehr schmunzeln, als er in der Badnerlandhalle in Karlsruhe zu Beginn seines Vortrags mit dem Beamer kämpfte…

Doch der Reihe nach. Wir hatten gerade die Veranstaltungshalle betreten, da befanden wir uns direkt nach dem Eingang schon neben einem Stand mit Mechandise, an dem Hans Kammerlander stand und Autogramme verteilte. Eigentlich bin ich ja kein Autogrmmjäger, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, mein Buch signieren  zu lassen.

Autogramm von Hans Kammerlander in seinem Buch "Bergsüchtig"
Autogramm von Hans Kammerlander in seinem Buch „Bergsüchtig“

Er machte dabei einen sehr sympathischen Eindruck und freute sich sichtlich über jeden, der zu ihm kam, um irgendetwas signieren zu lassen. Der Vortrag selbst fing dann, von den anfänglichen Problemen mit der Technik abgesehen, pünktlich an und im Grunde lief im Hintergrund ein Video, das er live kommentierte. Zu sehen gab es keine Einblicke in die Welt der allerhöchsten oder schwersten Berge, sondern in die Welt der schönsten Berge, der Paradeberge die in etwa wie das Matterhorn aussehen. Vorgestellt wurden seine durch Sat1 bekannt gewordene Vierfachüberschreitung des Mattehorns in weniger als 24 Stunden, die Besteigung der Ama Dablam für das ARD/ZDF Frühstücksfernsehen, sowie die Begehung des Mount Assiniboine, des Stetind und des Shivling. Bis auf die Begehungen des Stetind und des Mount Assiniboine handelte es sich um Material von Begehungen der 80er und 90er Jahre, was der Veranstaltung jedoch keinen Abbruch tat.

Hans Kammerlander

Kammerlander erzählte ruhig, sorgte an den richtigen Stellen für den ein oder anderen Lacher und insgesamt war es ein schöner Vortrag mit schönen Bildern aus den Bergen. Einzig die Musik zur Begleitung der Bilder wirkte ab und an mit ihrem an die 90er Jahre erinnnerten Sound etwas deplatziert.

Zum Ende freute sich Kammerlander noch über ein paar wenige Fragen und alles in allem muss ich sagen, dass er einen sehr sympathischen und bodenständigen Eindruck auf mich gemacht hat. Der Abend war kurzweilig, wobei ich aber sagen muss, dass ich knapp über zwanzig Euro nicht gerade ein Schnäppchen für einen Vortrag von rund 75 Minuten halte. Lohnenswerter ist da meiner Meinung nach doch das oben bereits erwähnte Buch, denn dies ist wirklich spannend und unterhaltsam geschrieben.

In diesem Sinne

Martin

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