Das herbstlich kühle Wetter lädt zum Laufen ein und was gibt es Schöneres für jemanden, der in der Umgebung Heidelbergs wohnt, als eine Runde über den Königstuhl? Zahlreiche Wege führen nach oben, wieder hinunter und auch rund um den mit 567 m Höhe über Normalnull höchsten Punkt der Heidelberger Gemarkung. Dazu sind die Wege sehr unterschiedlich, denn es gibt sowohl geschotterte Waldwege, als auch schmale und unebene Pfade zum Training der Koordination. Außerdem ist der Königstuhl sehr gut auch für alle die etwas weiter weg wohnen erreichbar: Im Norden und Osten fährt die S-Bahn RheinNeckar, im Süden und Westen gibt es zusätzlich noch die Infrastruktur Heidelbergs. Wer befürchtet konditionell in Schwierigkeiten zu kommen, kann mit der Heidelberger Bergbahn auch bequem direkt auf den Königstuhl fahren und dort starten oder diese für den Rückweg nutzen, ebenso wie die Linie 39 der RNV. Um es auf den Punkt zu bringen: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten den Königstuhl in Läufe zu integrieren und an dieser Stelle möchte ich kurz meine zwei derzeitigen Lieblingsstrecken vorstellen.

Die Strecke mit dem größten Trainingseffekt ist sicherlich der Weg über die mehr als tausend Stufen der Himmelsleiter. Wobei man sich unter dem Begriff „Stufen“ in Sandstein gehauene Felsplatten vorstellen muss, die äußerst unregelmäßig in Größe und Abstand nach oben führen und eine Art Naturtreppe bilden. Laut Wikipedia hat die Himmelsleiter mehr als 1200 Stufen und überwindet rund 270 Höhenmeter. Diese Eigenschaften machen sie zum perfekten Trainingsgelände für Ausdauer- und Bergsportler und das ist natürlich keine Neuheit, denn früher war der Königstuhl mitsamt der Himmelsleiter das Trainingsrevier von Reinhard Karl. Dieser war nicht nur der erste Deutsche auf dem Everest, sondern gemeinsam mit Helmut Kiene im Jahr 1977 der Türöffner des siebten Grades im Alpinklettern. Mit den Pumprissen an der Fleischbank im Wilden Kaiser (Topo) verewigten sich die beiden.

Die Himmelsleiter ist zum Aufstieg auf den Königstuhl eine anstrengende, aber tolle Wahl, wobei es jedoch halbwegs trocken sein sollte, da es ansonsten auf den Stufen schnell glitschig wird und damit die Gefahr sich zu verletzen nur unnötig steigt. Sie startet in der ersten Spitzkehre des Molkenkurwegs, allerdings beginne ich meine Läufe in der Regel schon am Neckar, da der Weg zum Schloss und weiter zum Molkenkurenweg einige weitere Treppenstufen und damit Höhenmeter mit sich bringt (insgesamt dann etwa 440 m, wenn man auf Höhe des Neckars startet) . Sobald man den Anfang der Himmelsleiter erreicht hat, geht es auf ihr einfach kerzengerade immer weiter nach oben zum Königstuhl.

Nach dem Aufstieg gibt es dann mehrere Möglichkeiten zum Abstieg und meine beiden Lieblingsvarianten führen entweder in den Osten, nach Neckargemünd, oder direkt hinunter in die Heidelberger Weststadt. Diese beiden Abstiegsvarianten kombiniere ich auch gerne und laufe von Neckargemünd aus direkt über den mit einem weißen auf der Spitzte stehenden Dreieck markierten Weg zum Königstuhl und von dort aus den Weg weiter bis in die Weststadt Heidelbergs, wo ich vor einigen Jahren während meiner ersten Zeit in Heidelberg schon einmal im Steigerweg wohnte. Das ganze geht natürlich in beiden Richtungen, wobei ich gerne mit der S-Bahn nach Neckargemünd fahre, dort starte und am Ende bis zu mit nach Hause durchlaufe, so dass ich einen Lauf von etwa 18 km absolviere. Der mit einem weißen Dreieck markierte Teil hat dabei folgenden Verlauf, zumindest zwischen Neckargemünd und der Heidelberger Weststadt:

Wie eingangs erwähnt sind die Möglichkeiten vielfältig und es gibt eigentlich für jeden Läufer einen schönen Anstieg, der den eigenen Vorlieben in Puncto Steilheit und Bodenbelag entgegenkommen sollte. Daher binich mir auch sicher, dass ich bald schon neue Abschnitte entdecken und noch viel Spaß rund um den Königstuhl werde. Informationen zum Gebiet gibt es hier:

  • neckarsteig.de – natürlich als Wanderweg gedacht, aber dank der Beschilderung top geeignet, um ein paar Höhenmeter im Odenwald zu sammeln. Auf der Website kann man sich kostenfrei Informationsmaterial inklusive Karte bestellen.
  • maps.kompass.at – hier sind zumindest die Hauptwege und Pfade eingezeichnet
  • gpsies.com – hier gibt es detailliertere Karten mit eingezeichneten Trails und getrackten Touren

In diesem Sinne,

Martin

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.